Weniger Stau in Bochum – Stadt fährt 2025 gegen den Deutschland- und Ruhrgebietstrend (laut TomTom Traffic Index)
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Weniger Stau in Bochum – Stadt fährt 2025 gegen den Deutschland- und Ruhrgebietstrend (laut TomTom Traffic Index)

Zusammenfassung

Bochum mit weniger Stau im Jahr 2025: bessere Werte als andere Ruhrgebietsstädte – und eine Einordnung im Deutschlandvergleich.

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Während Autofahrerinnen und Autofahrer in vielen deutschen Großstädten wieder deutlich mehr Zeit im Stau verlieren, entwickelt sich Bochum 2025 in eine andere Richtung. Das zeigen die aktuellen Daten des TomTom Traffic Index, über die bundesweit unter anderem DER SPIEGEL, die Süddeutsche Zeitung und der Tagesspiegel berichten.

Symbolbild: StauQuelle: Pixabay
Symbolbild: Stau

In Metropolen wie Berlin, Hamburg und München hat sich die Verkehrslage zuletzt spürbar verschlechtert. Berlin gilt erneut als Stauhochburg Deutschlands, auch München und Hamburg verzeichnen steigende Verzögerungen. Insgesamt zeigt sich bundesweit: Der Autoverkehr hat nach den Pandemiejahren wieder stark angezogen – mit mehr Staus, längeren Fahrzeiten und wachsender Belastung, zunehmend auch außerhalb der klassischen Stoßzeiten.

Bochum: messbar flüssiger unterwegs

TomTom Traffic Index 2025: BochumQuelle: TomTom | All Rights Reserved
TomTom Traffic Index 2025: Bochum

Bochum fällt aus diesem Muster heraus. Die durchschnittliche Stauquote sank 2025 auf 30,4 Prozent – ein Rückgang um 5,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Für eine Strecke von zehn Kilometern benötigen Autofahrende im Schnitt 12 Minuten und 43 Sekunden, das sind 53 Sekunden weniger als 2024. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Rushhour stieg auf 40,3 km/h, auf Autobahnen sogar auf 79,5 km/h.

Auffällig ist zudem der gestiegene Autobahnanteil von 67 Prozent, was auf eine gewisse Entlastung des innerstädtischen Netzes hindeutet. In 15 Minuten wurden im Schnitt 11,8 Kilometer zurückgelegt – ebenfalls mehr als im Vorjahr.

Ruhrgebietsvergleich: Bochum klar vor Dortmund, Duisburg und Essen

Im direkten Vergleich mit den Nachbarstädten im Ruhrgebiet schneidet Bochum deutlich besser ab. Essen kommt 2025 auf eine Stauquote von 41,9 Prozent und eine Fahrzeit von 18 Minuten 49 Sekunden für zehn Kilometer. Dortmund liegt bei 33,3 Prozent Stauquote, benötigt aber im Schnitt 20 Minuten 41 Sekunden für dieselbe Strecke. Duisburg erreicht 32,1 Prozent, verzeichnet jedoch längere Fahrzeiten und sinkende Durchschnittsgeschwindigkeiten.

Damit ist Bochum 2025 die verkehrlich günstigste der großen Ruhrgebietsstädte. Während Essen, Dortmund und Duisburg stagnieren oder sich verschlechtern, hat sich der Verkehrsfluss in Bochum messbar verbessert.

Auch Kiel meldet Verbesserungen – doch der Vergleich greift zu kurz

Auch aus Kiel wird für 2025 über spürbare Verbesserungen im Straßenverkehr berichtet. Die Stauquote ist dort gesunken, Fahrzeiten haben sich verkürzt und der Verkehrsfluss hat insgesamt zugelegt. Diese Entwicklung wird in der bundesweiten Berichterstattung ebenfalls aufgegriffen.

Ein direkter Vergleich zwischen Kiel und Bochum ist jedoch nicht statthaft, auch wenn in der politischen Debatte gelegentlich solche Vergleiche bemüht werden. Es handelt sich um einen Vergleich zwischen strukturell nicht vergleichbaren Städten. Kiel ist eine kompakte Stadt mit wenig Durchgangsverkehr, überschaubaren Pendlerströmen und ohne die dichte Autobahn- und Städteverflechtung, die das Ruhrgebiet prägt. Bochum hingegen ist Teil eines eng verflochtenen Ballungsraums mit hohem regionalem Verkehrsaufkommen, starken Pendlerbewegungen zwischen mehreren Großstädten und einer entsprechend hohen Netzauslastung.

Vor diesem Hintergrund sind Verbesserungen in Bochum verkehrlich höher zu bewerten, weil sie innerhalb einer deutlich komplexeren Struktur erreicht werden. Ein isolierter Städtevergleich führt hier eher in die Irre als zu einer sachlichen Einordnung.

Messbare Entwicklung und subjektive Wahrnehmung

Ob sich diese objektiv gemessenen Verbesserungen auch mit der individuellen Wahrnehmung vieler Verkehrsteilnehmender decken, ist eine andere Frage. Staus werden unterschiedlich erlebt – je nach Tageszeit, Strecke und persönlicher Nutzung.

Die Zahlen zeigen jedoch klar, dass sich der Verkehrsfluss in Bochum 2025 insgesamt verbessert hat. Dafür kommen mehrere Faktoren infrage: abgeschlossene Baustellen, veränderte Verkehrsführungen, der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur sowie ein rückläufiger Fahrzeugbestand.

Tatsächlich ist die Zahl der in Bochum gemeldeten Fahrzeuge gesunken. Während im Dezember 2024 noch 265.535 Fahrzeuge zugelassen waren, lag der Bestand im Dezember 2025 bei 259.825 Fahrzeugen. Zwar nutzen auch auswärtige Fahrzeuge das Bochumer Straßennetz, dennoch deutet dieser Rückgang auf eine strukturelle Veränderung hin.

In der langfristigen Entwicklung zeigt sich zudem, dass der motorisierte Individualverkehr insgesamt an Bedeutung verliert, während der sogenannte Umweltverbund aus öffentlichem Nahverkehr, Radverkehr und Fußverkehr wächst. Die verbesserte Verkehrslage in Bochum dürfte daher weniger auf eine einzelne Maßnahme zurückzuführen sein, sondern auf das Zusammenwirken mehrerer Faktoren.

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