Im März sollen die Bürgerinnen und Bürger in Bochum über eine mögliche Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Nordrhein-Westfalen abstimmen. Die Ratsfraktion Die Linke spricht sich klar gegen das Vorhaben aus. Sie sieht erhebliche finanzielle Risiken für die Kommunen bei gleichzeitigem Nutzen für das Internationale Olympische Komitee (IOC).
Quelle: PixabayRatsmitglied Elias Bala, stellvertretender Vorsitzender des Sportausschusses, verweist auf internationale Erfahrungen früherer Gastgeberstädte. Er erklärt:
„Wir haben nichts gegen die Olympischen Spiele. Doch die Erfahrungen weltweit zeigen, dass ausrichtende Städte oft mit Schulden zurückbleiben, während das IOC profitiert und noch nicht einmal Steuern dafür zahlen muss. Zudem kann erwartet werden, dass durch die Austragung die Mieten steigen sowie Natur, Klima und Verkehr negativ belastet werden. Dies belegen die Bilanzen vergangener Gastgeberstädte.“
Darüber hinaus hält die Linksfraktion die NRW-Bewerbung für kaum aussichtsreich. Sie verweist darauf, dass zentrale Anforderungen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nicht erfüllt würden. Besonders problematisch seien die vorgesehenen Fahrzeiten und Entfernungen zwischen dem geplanten Olympischen Dorf und den Wettkampfstätten. Die geltenden Vorgaben sehen maximal eine Stunde Fahrzeit oder höchstens 50 Kilometer Entfernung vor.
Elias Bala konkretisiert die Kritik mit Blick auf die regionale Verkehrslage:
„Das Olympische Dorf soll in Köln angesiedelt werden. Von Köln z.B. nach Dortmund geht es im Stauland NRW nicht unter einer Stunde. Wir sind für mehr Bürgerbeteiligung, aber dieser Bürgerentscheid sieht nach Geld- und Zeitverschwendung aus, zumal sich der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke nach der Abstimmung in München für kompakte Spiele ausgesprochen hat.“
Für den nächsten Sportausschuss kündigt Die Linke zudem eine Anfrage an. Hintergrund ist, dass in Bochum Wettbewerbe im Fußball und im Modernen Fünfkampf geplant sind. Abgefragt werden sollen unter anderem der Zustand der Sportstätten im Jahr 2044 sowie die zu erwartenden Kosten für Instandhaltung und Investitionen.
Abschließend macht Bala deutlich, dass aus Sicht der Fraktion vollständige Transparenz notwendig ist:
„Außerdem wollen wir wissen, welche infrastrukturellen Maßnahmen wie Parkplätze, Verkehrserschließung und Sicherheitskonzepte notwendig werden. Die Steuerzahler*innen sollten wissen, was auf sie zukommen könnte.“






