Die Renaturierung des Wattenscheider Bachs steht kurz vor dem Abschluss. Die Emschergenossenschaft hat den früher offen geführten Schmutzwasserlauf aus seinem Betonbett befreit und in ein naturnahes Gewässer umgestaltet. Im Laufe des neuen Jahres folgen noch die regionaltypische Bepflanzung der Ufer sowie die Öffnung neuer Rad- und Betriebswege entlang des Bachs für die Öffentlichkeit. Diese sollen voraussichtlich ab dem Frühjahr nutzbar sein.
Quelle: Kirsten Neumann/EGLV | All Rights ReservedRund 14,3 Millionen Euro hat die Emschergenossenschaft in das Projekt investiert. Der Wattenscheider Bach verläuft über etwa 7,5 Kilometer durch Bochum und Gelsenkirchen, davon liegen rund 5,5 Kilometer in der Verantwortung der Genossenschaft. Nach einer ersten ökologischen Verbesserung des Oberlaufs starteten Anfang 2022 weitere Arbeiten in zwei Bauabschnitten.
Quelle: Andreas Fritsche/EGLV | All Rights ReservedZwischen der Halde Rheinelbe und der Gertrudis-Schule in Wattenscheid sowie zwischen der Mündung in den Schwarzbach und dem Halfmannsweg wurden Betonsohlschalen entfernt, Bachsohle und Ufer naturnah umgestaltet und der Verlauf wo möglich aufgeweitet. Ein besonderer Gewinn ist die Freilegung eines zuvor verrohrten Bachabschnitts im Rheinelbepark in Gelsenkirchen. Dort fließt der Bach auf einer Länge von 50 Metern wieder offen.
Aufgrund enger Platzverhältnisse und bergbaubedingter Gefälle war eine vollständige Mäandrierung nicht überall möglich. Um dennoch ökologische Durchgängigkeit zu schaffen, wurden 40 sogenannte Sohlgleiten eingebaut, die wie flache Stufen wirken und unter anderem Fischen den Aufstieg erleichtern.
Das Projekt ging dabei über klassische Wasserwirtschaft hinaus. Die Emschergenossenschaft nutzte Synergien mit anderen Vorhaben und setzte zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen um. Dazu zählen neue Radwege entlang des Bachs, ein rund ein Kilometer langer Abschnitt des Radschnellwegs RS 1 für Straßen.NRW, eine Anbindungsrampe für die Stadt Bochum sowie mehrere erneuerte und neu errichtete Gewässerdurchlässe.
Die Renaturierung des Wattenscheider Bachs gilt damit als Beispiel für die enge Verzahnung von Wasserwirtschaft, Städtebau und Mobilitätsinfrastruktur im Ruhrgebiet.






