Im Haus Spitz in Bochum-Stiepel feierte die Große Bochumer Karnevalsgesellschaft (GroBoKa) gleich doppelt: Zum einen verlieh sie zum 28. Mal die Goldene Grubenlampe, zum anderen beging sie ihr 90-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt des Abends stand aber natürlich die Auszeichnung mit der Grubenlampe: 2026 wurde Andrea Busche für ihr langjähriges Engagement in und für Bochum geehrt.
Quelle: Jens Matheuszik | All Rights ReservedAndrea Busche ist ehemalige Bezirksbürgermeisterin im Bochumer Osten und seit 2022 Landtagsabgeordnete im nordrhein-westfälischen Landtag für die SPD. Und in dieser Session zugleich Bochums Stadtprinzessin – an der Seite von Prinz Heinz I. Die Goldene Grubenlampe würdigt Persönlichkeiten, die Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft stiften und Bochum prägen. Genau in diesem Sinne fiel die Wahl auf sie.
Quelle: Jens Matheuszik | All Rights ReservedWürdigung durch Carina Gödecke
Die entsprechende Laudatio hielt dabei Carina Gödecke, ehemalige Landtagspräsidentin und selbst Trägerin der Goldenen Grubenlampe des Jahres 2015. Sie stellte dabei die Person Andrea Busche vor, wie sie sozialisiert wurde, wie sie schon früh für andere einsetzte und was sie bewegt. Sie hob dabei hervor, dass Andrea Busches Wirken nicht auf kurzfristige Aufmerksamkeit ziele, sondern auf Beständigkeit, Verlässlichkeit und Haltung. Ihr Engagement wirke verbindend – im Karneval ebenso wie im gesellschaftlichen Alltag der Stadt.
90 Jahre GroBoKa – Geschichte nicht ausgespart
Die Jubiläumsveranstaltung war zugleich Anlass für einen reflektierten Blick zurück. Die GroBoKa wurde 1936 gegründet, um dem Bochumer Karneval eine feste, eigenständige Struktur zu geben. Daher gab es auch entsprechende Ehrungen und Würdigungen durch die Stadt Bochum aber auch überregionale Karnevalsvereinigungen. In ihrer Festschrift, die auf den Tischen auslag, ging die Gesellschaft ausdrücklich auch auf problematische Kapitel der eigenen Geschichte ein.
Insbesondere die Zeit ab 1939, in der der Verein zwangsweise (in GroBoNa für „Narrenzunft“) umbenannt wurde und Verantwortliche nicht mehr gewählt, sondern von den Machthabern ernannt waren, blieb nicht einfach leer in der Erinnerung. Die GroBoKa benennt diese Phase klar als Verlust von Selbstbestimmung und ordnet sie kritisch ein. Damit beweist sie mehr Geschichtsbewusstsein und Verantwortung, als es im Umgang mit Vereins- und Stadtgeschichte heute nicht immer üblich ist.
Stimmung: draußen eisig kalt, drinnen karnevalistisch heiß
Während es draußen an diesem Winterabend eisig kalt war, wurde es im Haus Spitz schnell warm – wenn nicht sogar heiß. Wer diesen Saal von Haus Spitz und die Außentemperaturen vom 10. Januar 2026 kannte, der weiß, was das bedeutete…
Ein Überraschungsauftritt der Ruhrlandbühne Bochum mit ihrem Fanfarenzug setzte direkt zu Beginn gleich schon mal die richtigen Impulse. Es folgten im Laufe der nächsten Stunden, die von GroBoKa-Präsident Dirk Hermes moderiert wurden, viele weitere karnevalistische Auftritte.
Quelle: Jens Matheuszik | All Rights ReservedOb nun die Omas und die Opas, der Auftritt der fast 70 Männer und Frauen zählenden rot-weißen Garde aus Ratingen, bei dem die Bühne und der Vorraum mehr als voll war, der MTV Bochum-Südwest … alle schafften es das Publikum zu begeistern.
Quelle: Jens Matheuszik | All Rights ReservedNatürlich auch das Stadtprinzenpaar, mit dem sangeslustigen Prinzen Heinz I. (neben der bereits erwähnten Prinzessin Andrea I.), und das Kinderprinzenpaar Collin I. und Lina I. sorgten für eine dichte, ausgelassene Atmosphäre.
Geschenke zum Jubiläum
Für die eingeladenen Karnevalsvereine aus der Umgebung war das Jubiläum selbstverständlich auch Anlass zum Geburtstag zu gratulieren. Die Geschenkidee des MTV Bochum war dabei besonders symbolisch: es gab eine Grubenlampe!
Quelle: Jens Matheuszik | All Rights ReservedOberbürgermeister-Premiere im Karneval
Quelle: Jens Matheuszik | All Rights ReservedEiner der Ehrengäste der Veranstaltung und erstmals in dieser Funktion beim Karneval in Bochum: Oberbürgermeister Jörg Lukat (SPD). Er machte von Beginn an selbstverständlich mit – präsent, offen und routiniert wie ein echter Karnevals-Profi.
Die geladenen Karnevalsvereine aus Bochum, Wattenscheid und der Umgebung hatten großen Spaß und amüsierten sich über mehrere Stunden. Insofern kann man als Fazit ziehen: das war wirklich eine gelungene Veranstaltung!
Quelle: Jens Matheuszik | All Rights ReservedDie Goldene Grubenlampe – alle bisherigen Trägerinnen und Träger
Nachfolgend eine Auflistung der bisherigen Träger der Goldenen Grubenlampe.
1997: Jochen Schroeder – Comödie Bochum
1998: Bundesliga-Mannschaft des VfL Bochum, vertreten durch Vizepräsident Rudi Thieme
1999: Tana Schanzara † – Schauspielhaus Bochum
2000: Ottokar Wüst † – Ehrenvorsitzender des VfL Bochum
2001: Hugo Fiege – Privatbrauerei Moritz Fiege
2002: Gaby Schäfer – 1. Bürgermeisterin der Stadt Bochum
2003: Udo Dreier † – Chef der WAZ Stadtredaktion Bochum
2004: Steven Sloane – Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker
2005: Günther Pohl – Sportreporter von Radio Bochum
2006: Toto und Harry – „Die Zwei vom Polizeirevier“
2007: Norbert Lammert – Präsident des Deutschen Bundestages
2008: Michael Kern – Schlagersänger aus Bochum
2009: Eduard Stirnberg – Direktor des Tierparks Bochum
2010: Frank Goosen – Bochumer Kabarettist und Buchautor
2011: Jürgen Boebers-Süßmann – Kulturredakteur der WAZ Bochum
2012: Axel Schäfer – Bochumer Bundestagsabgeordneter
2013: Armin Rohde – Internationaler Schauspieler mit Bochumer Wurzeln
2014: Christian Eggert – Projektleiter Urbanatix
2015: Carina Gödecke – Präsidentin des Landtages von NRW
2016: Ben Redelings – Bochumer Autor und Filmemacher
2017: Esther Münch – Bochumer Kabarettistin
2018: Annike Krahn – Bochumer Fußball-Nationalspielerin
2019: Hennes Bender – Bochumer Kabarettist und Asterix-Übersetzer
2020: Silvia Cebello – Chefin des Varietés et cetera in Bochum
2023: Prof. Dr. Susanne Hüttemeister – Leiterin Zeiss-Planetarium Bochum
2024: Jochen Malmsheimer – Bochumer Kabarettist
2025: Michael Wurst – Bochumer Sänger, Entertainer und Stadionsprecher des VfL
2026: Andrea Busche – ehemalige Bezirksbürgermeisterin, Landtagsabgeordnete und Stadtprinzessin in der Session 2025/2026






