Filmbesprechung „Greenland 2: Migration“ (Filmstart: 08.01.2026)
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Filmbesprechung „Greenland 2: Migration“ (Filmstart: 08.01.2026)

Zusammenfassung

Greenland 2 setzt die Endzeitgeschichte konsequent fort – düster, emotional und stärker auf das Überleben danach fokussiert als der 1. Teil.

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Vorab in einem Satz: Lohnt sich „Greenland 2“?
Greenland 2 ist eine konsequente, deutlich düsterere Fortsetzung, die visuell überzeugt, erzählerisch jedoch nicht immer trägt und von Erschöpfung, Verlust und dem zähen Kampf ums Weiterleben erzählt.

Worum geht es allgemein bei „Greenland 2: Migration“?

Greenland 2: Migration – so der offizielle Titel, den ich hier einmal lang ausschreiben wollte – ist die Fortsetzung des Überraschungshits Greenland aus dem Jahr 2020. Zu dem ersten Film veröffentlichte ich 2020 folgende Besprechung:
Kinofilm „Greenland“: Solide Unterhaltung – und ganz anders als 2012 oder Armageddon

Man muss den ersten Teil nicht gesehen haben, aber es empfiehlt sich schon ein wenig. Wobei es in Greenland 2 in wenigen Sekunden auch einen sehr komprimierten Rückblick auf den Vorgänger gibt.

Fünf Jahre nach dem Einschlag des Clarke-Kometen lebt die Familie Garrity noch immer im Bunker in Grönland, der ihnen einst das Überleben gesichert hat. Doch von Sicherheit kann längst keine Rede mehr sein: Luft und Wasser sind verseucht, Strahlungsstürme fegen über die Oberfläche, und Kometentrümmer bedrohen die Erde weiterhin. Als ein schweres Beben den Bunker zerstört, bleibt John, Allison und ihrem inzwischen jugendlichen Sohn Nathan keine Wahl: Sie müssen erneut fliehen.

Diesmal führt der Weg quer durch ein verwüstetes Europa. Ihr Ziel ist ein Gerücht, mehr Hoffnung als Gewissheit: der gigantische Einschlagskrater des Clarke-Kometen in Südfrankreich. Dort soll sich eine Zone gebildet haben, die frei von Strahlung ist und einen Neuanfang ermöglichen könnte.

Auf dem Weg dorthin wird schnell klar: Die größte Gefahr geht längst nicht mehr nur von der zerstörten Umwelt aus – die jedoch weiterhin eine Rolle spielt. Die verbliebenen Menschen sind misstrauisch, oft gewalttätig, organisieren sich in militanten Gruppen oder kämpfen um die letzten Ressourcen. Greenland 2 erzählt damit weniger vom plötzlichen Weltuntergang als vom langen, zermürbenden Danach – von Migration, Verlust und der Frage, ob es noch so etwas wie Zukunft gibt.

Szene aus Greenland 2Quelle: Tobis | All Rights Reserved

Szene aus Greenland 2

Hintergrund zu „Greenland 2“

Regisseur Ric Roman Waugh setzt die Geschichte des ersten Films konsequent fort. Auch diesmal steht nicht das Verhindern einer Katastrophe im Mittelpunkt, sondern das Überleben danach. Drehbuchautor Chris Sparling, der bereits am ersten Teil beteiligt war, entwickelt diesen Ansatz weiter: Die Katastrophe ist passiert, unumkehrbar. Jetzt geht es um Entscheidungen, um Moral und darum, was Menschen bereit sind zu opfern, um nicht nur zu überleben, sondern wieder zu leben.

Gedreht wurde größtenteils an realen Schauplätzen, vor allem in Island. Den Bildern dort merkt man an, dass sie „real“ gefilmt wurden und nicht am Computer entstanden sind. Diese Entscheidung verleiht dem Film eine raue, fast dokumentarische Anmutung. Die Welt wirkt nicht spektakulär zerstört, sondern ausgezehrt und feindlich – was gut zur Grundstimmung passt. Greenland 2 ist weniger Blockbuster-Gestus, mehr Endzeit-Marsch.

Trailer zu „Greenland 2“

Hier gibt es den offiziellen Trailer zu Greenland 2: Migration:
https://www.youtube.com/watch?v=nPXwCEG_iks

Greenland 2 (offizielles Filmplakat)Quelle: Tobis | All Rights Reserved
Greenland 2 (offizielles Filmplakat)

Meine Meinung zu „Greenland 2“

Jens Matheuszik

Jens Matheuszik

Nachdem ich den Vorgänger gesehen hatte (und ihn – siehe meine Besprechung zu Greenland – gut fand), wollte ich mir natürlich auch den zweiten Teil anschauen. Insbesondere nachdem der erste Teil in den Kinos nicht soooo gut lief. Was aber an einer anderen Katastrophe lag: Corona. Die Laufzeit in den Kinos war sehr kurz, aber im langen Lauf über Streaming & Co. wurde der Film erfolgreich.

So war eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit – und in diesem Fall auch mit deutlich höherem Budget. Vermutlich ging da einiges an Reisekosten drauf, denn einige der apokalyptischen Szenen wurden „real“ gedreht (Island) und wirken dadurch viel natürlicher als irgendwelche computer-generierten Tricks.

Greenland 2 fordert als Film das Publikum. Es ist eben nicht der klassische Katastrophen-Film (bzw. dessen Fortsetzung) mit permanentem Spektakel. Er wirkt bedrückender und pessimistischer als der erste Teil. Ist dabei auch noch gekürzt. Während man in Teil 1 von Atlanta/Georgia in den USA nach Grönland in mehr als zwei Stunden reiste, ist der 2. Teil mit etwas unter 100 Minuten deutlich kürzer – und da geht es von Grönland über England nach Frankreich. Insofern fällt auch auf, dass einige der Szenen deutlich kürzer sind, als sie vielleicht hätten sein sollen. Das merkt man beispielsweise bei den „Road Movie“-typischen Begegnungen. Diese bleiben eher kurz und vor allem vorhersehbar.

Gerard Butler spielt John Garrity spürbar gebrochener als zuvor, er ist weniger Actionheld, mehr der erschöpfte Überlebende, der jedoch auch noch an Romantik denkt. Morena Baccarin gibt Allison als moralisches Gegengewicht, das immer wieder versucht, Menschlichkeit gegen Pragmatismus zu verteidigen. Besonders stark ist der neu besetzte Filmsohn Roman Griffin Davis als Nathan: Seine Sehnsucht nach einem normalen Leben gibt dem Film emotionalen Halt.

Unterm Strich gesehen ist Greenland 2 dennoch eine konsequente, ernsthafte Fortsetzung, die den Mut hat, unangenehm zu sein. Kein Wohlfühlkino, kein reines Actionfeuerwerk – sondern ein Endzeitfilm über Migration, Hoffnung, die Frage, was von uns bleibt, wenn alles andere verloren ist und wie schmal der Grat der Zivilisation in Krisensituationen ist.

Wer den ersten Teil mochte, sollte sich den zweiten Teil ansehen – und froh sein, wenn man das im Kino machen kann. Ich kann jetzt – da ich den ersten Teil ja gesehen habe – nicht beurteilen, wie der Film ist, wenn man den ersten Teil nicht kennt. Ich halte das aber für machbar, da es hier nicht – wie bei anderen Fortsetzungsfilmen – wichtige Dinge gibt, die man vom ersten Teil her wissen muss.

Fakten zum Film:
Titel: Greenland 2: Migration
Regie: Ric Roman Waugh
Darsteller: Gerard Butler, Morena Baccarin, Roman Griffin Davis u.a.
Laufzeit: 98 Minuten
Kinostart Deutschland: 8. Januar 2026

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